Im täglichen Umgang mit dem Pferd komme ich nicht drum herum mich eine gewisse Zeit mit diesem schönen Wesen am Boden auseinanderzusetzen. Oft gibt es, ohne böse Absicht, jedoch ein Bild, dass das Pferd den Menschen “führt”. Im Idealfall merkt der Mensch es nicht und das Pferd “kommt davon”. Im ungünstigen Fall merkt es der Mensch und reagiert sehr barsch auf sein versäumtes Timing, wofür er das Pferd bestraft. Denn Pferde teilen sehr viel mit und “fragen an” bevor der Kopf in das Gras geht, Sie sich “plötzlich” losreißen, den Menschen “überrennen” und “vor sich her schieben”.

Meint man diese Stufe bereits überwunden zu haben, so gibt es immer noch die Handarbeit, in der sich dieses  Bild wiederholt. Der Mensch der Rückwärts gehen muss und das Pferd, was Ihn gekonnt im “Schlingerkurs” über den Platz manövriert. Witzig vor dem geistigen Auge in der Praxis irgendwann wieder nicht mehr so toll, zum Leidwesen des Pferdes.

Linien korrekt zu Gehen, Spur zu halten, im Takt zu bleiben, ist in meiner Erfahrung für den Menschen manchmal eine noch größere Herausforderung, als für das Pferd.

Was aber, wenn die Fähigkeit der mangelnden Losgelassenheit des Reiters vom Boden mit in den Sattel wandert ?

Die unten angegebenen Punkte sollen einen Anhalt geben, ob sich eine (Vor) Arbeit am Boden nicht doch auch für den Sitz im Sattel auszahlt .

Arbeit vom Boden befähigt Sie

– einen anderen Blickwinkel einzunehmen

– Bewegungsfolgen genauer zu betrachten und zu analysieren

– eine Basis für die weiterführende Arbeit zu schaffen

Zusätzlich

– befinden Sie sich mit Ihrem Pferd auf Augenhöhe

– ist die Kraft Ihres Pferdes deutlich größer als die Ihre, wenn Sie eine Zusammenarbeit erreichen möchten, ist es eine Überlegung wert alte Strategien zu überdenken

– müssen Sie auf eine veränderte Kommunikationsebene steigen, um sich “verständlich” zu machen